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Retusche

Symposium

Donnerstag, 14. November 2019 bis Freitag, 15. November 2019 00:00 - 00:00

Im November 2018 veranstaltete SIK-ISEA in Kooperation mit der Hochschule der Künste Bern HKB ein interdisziplinäres Symposium zum Thema «Kunst und Material: Repräsentation, Stofflichkeit, Prozesse». Im Zentrum standen Fragen zum Material in der modernen und der zeitgenössischen Kunst, insbesondere zu seiner Wertigkeit und zu materiellen Veränderungen – ob als Bestandteil künstlerischer Strategien oder als Folge natürlicher Alterung –, die den Erhalt und die Wahrnehmung eines Artefakts mitbestimmen. Die für Herbst 2019 geplante Folgetagung setzt einen neuen Schwerpunkt, der noch stärker auf das aktuelle Kunstschaffen fokussiert und das Phänomen der zunehmenden Arbeitsteilung in der Werkentstehung diskutieren will. Seit einigen Jahren lässt sich im Verhältnis von künstlerischer Invention und deren Ausführung ein markanter Wandel beobachten: Kunstschaffende konzentrieren sich mehr und mehr auf die Herstellung eines Entwurfs oder die Entwicklung eines Projekts und übertragen die Ausführung an spezialisierte Unternehmen. Gelegentlich vollzieht sich der Austausch zwischen den Beteiligten – durchaus auch im Falle historischer Techniken wie Sgraffito oder die Herstellung von Glasfenstern – schon auf der Ebene des Entwurfs, indem das Wissen um Materialien und Techniken, das bei den Fachleuten vorhanden ist, die Kunstschaffenden zu neuen Entwürfen anregt und zu Produktionsgemeinschaften führt, die auch inhaltlich-konzeptuell wirksam sind. Die Gründe für diese Tendenzen in der Kunstproduktion sind vielfältig: Neue Technologien und Maschinen wie 3-D-Print, CNC oder Hochgeschwindigkeits-Fräsen sind äusserst kostspielig. Zwar stehen solche Apparaturen an Kunsthochschulen oder künstlerischen Produktionszentren in aller Regel Studierenden und auch freien Künstler_innen zur Verfügung. Doch sind die dafür erforderlichen technischen Spezialkenntnisse Teil eines kontinuierlich anwachsenden Wissensspektrums, das vollumfänglich zu beherrschen für Kunstschaffende nicht attraktiv zu sein scheint. Viele unter ihnen dürften die künstlerische Auseinandersetzung mit einer spezialisierten Fachkraft für stimulierender halten anstatt aufwendige Techniken zu erlernen, um die Maschinen eigenhändig zu bedienen. Ausserdem führte die seit Beginn des 20. Jahrhunderts zu beobachtende Infragestellung der traditionellen Rolle des Künstlers zur Betonung konzeptueller und unternehmerischer Aspekte in der Kunstproduktion. Heutzutage sind Kunstschaffende mehr denn je aufgefordert, sich eigene Wege zu suchen in Bezug auf Konzeption, gesellschaftliche Verankerung und Materialisierung ihrer Kunstproduktion. Am geplanten Symposium soll das Phänomen der Aufteilung von Entwurfs- und Produktionstätigkeit im aktuellen Kunstschaffen reflektiert und daraufhin befragt werden, welche Rolle hierbei Aspekte wie die Ausbildung der Kunstschaffenden, technische Innovationen, das teilweise Verschwinden traditioneller Techniken oder die Mechanismen des Kunstmarkts spielen. Im Besonderen interessieren überdies die Folgen der Trennung von Entwurf und Ausführung für die Werkerhaltung sowie für das Konzept der Autorschaft und die Idee des Authentischen. Dieser Call richtet sich an Interessierte aus den Bereichen Kunst, Kunstwissenschaft und Konservierung / Restaurierung. Vorgesehen sind die folgenden vier Sektionen mit möglichen Themenfeldern: • Historische Aspekte - Perspektiven auf die Geschichte der Teilung von Invention und Produktion (Mosaik, Guss, Druckverfahren, Glasmalerei u. a.) - Material und Technik in der Ausbildung von Künstlerinnen und Künstlern vor 1900 - Künstlerwerkstätten als Orte arbeitsteiliger Produktion • Werkstattberichte - Trennung von Entwurf und Ausführung: Fallbeispiele - Konservierung/Restaurierung von Werken, die von Dritten ausgeführt wurden - Fallbeispiele von Produktionsgemeinschaften • Ausbildung - Spezialisiertes Materialwissen: Cutting-edge-Technologien und historische Techniken - Material und Technik in der Ausbildung von Künstlerinnen und Künstlern heute • Kunstbetrieb: Soziologische und ökonomische Aspekte - Inhaltlich-konzeptuelle Produktionsgemeinschaften versus Auftragsverhältnisse - Die Folgen der Trennung von Entwurf und Ausführung für die Idee der Authentizität - Vermarkten, Ausstellen, Sammeln von Werken, die von Dritten ausgeführt wurden Für die Referate sind je 30 Minuten vorgesehen. Tagungssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch. Aufenthaltskosten und Reisespesen (2. Kl. / economy) werden gegen Vorlage der Belege von den Veranstaltern übernommen. SIK-ISEA erbittet Exposés für Referate (max. 1 Seite) in Deutsch, Französisch oder Englisch mit kurzem Lebenslauf bis zum 1. Juni 2019 per E-Mail an Regula Krähenbühl (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Eine Selektion von Tagungsreferaten soll gemeinsam mit ausgewählten Beiträgen der Vorgängertagung vom November 2018 in der institutseigenen Schriftenreihe «outlines» publiziert werden.

Nummer
33/19
Status
Warteliste
Anmelde-schluss
15.11.2019, 00:00
Zielgruppe
KonservatorInnen-RestauratorInnen für zeitgenössische Kunst, KunstwissenschaftlerInnen, Kunstschaffenden
Ort
SIK-ISEA, Zollikerstrasse 32, 8008 Zürich
Kontakt
Kalender-Datei


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